APARC-Report 2025: Vulkanausbruch mit globaler Wirkung
Der internationale APARC-Report zum Hunga Vulkanausbruch 2022 liefert neue Erkenntnisse darüber, wie stark einzelne Extremereignisse die globale Atmosphäre verändern können – und warum solche Prozesse für Klimabewertungen und politische Entscheidungen berücksichtigt werden müssen.
Atmosphärische Prozesse besser verstehen
Der Ausbruch des Unterwasser-Vulkans Hunga Tonga–Hunga Haʽapai im Januar 2022 war ein außergewöhnliches Naturereignis: Eine Explosion mit der größten Intensität (Volcanic Explosivity Index 6), die je vom Weltraum aus beobachtet wurde, schleuderte enorme Mengen Wasserdampf bis in die Stratosphäre. Der 11. Report des internationalen Forschungsprogramms APARC – Atmospheric Processes and their Role in Climate, vereint umfassende Satelliten-, Ballon- und bodengestützte Beobachtungen mit globalen Modellierungsstudien. In diesen Studien wird mithilfe von Computermodellen simuliert, wie sich Gase und Aerosole in der Atmosphäre ausbreiten und dort Prozesse verändern. Die Analysen machen deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von Chemie, Strahlung und Dynamik in der Atmosphäre ist und welche Folgen dieser Ausbrauch auf die Stratosphäre, das Klima und die Ozonschicht hat. Solche Prozesse müssen verstanden und korrekt eingeordnet werden, um natürliche Schwankungen von langfristigen klimatischen Veränderungen unterscheiden zu können.
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Internationale Zusammenarbeit – koordiniert von Jülich
An dem Report, der ein strenges Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, waren mehr als 150 Wissenschaftler:innen aus über 20 Ländern beteiligt. Das Projekt gehört zum World Climate Research Programme (WCRP) und wurde über das am Forschungszentrum Jülich angesiedelte APARC International Project Office koordiniert. Das Projektbüro, koordiniert vom Jülicher Institute of Climate and Energy Systems – Stratosphäre (ICE-4) und dem Jülich Supercomputing Centre, begleitete den gesamten Entstehungsprozess über mehrere Jahre hinweg.
Auch wissenschaftlich war Jülich eingebunden: Forschende des ICE-4 untersuchten den Zustand des stratosphärischen Aerosols vor der Hunga-Eruption, der durch mehrere moderate Vulkanausbrüche und Großbrände geprägt war, und trugen so zu den Ergebnissen bei.