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18.03.2026

Europe 2026: Der Ozean ist ein Schlüssel für unsere Sicherheit

Prof. Dr. Katja Matthes auf der Europe 2026_Bühne
Prof. Dr. Katja Matthes auf der Europe 2026_Bühne
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Phil Dera

Die Konferenz Europe 2026 „Europe Forward: Shaping a New Era“ brachte am 17. und 18. März 2026 in Berlin Akteur:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um die Rolle Europas in einer Phase geopolitischer und wirtschaftlicher Umbrüche zu diskutieren. Die Helmholtz KLIMA Dialog-Plattform begleitete die Konferenz, um wissenschaftsbasierte Perspektiven in die europapolitischen Debatten einzubringen und ihre Sichtbarkeit im Kreis hochrangiger Entscheidungsträger:innen zu stärken. 

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Prof. Dr. Katja Matthes auf der Europe 2026
Prof. Dr. Katja Matthes auf der Europe 2026
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Phil Dera

Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und Leiterin der Dialog-Plattform Helmholtz KLIMA, adressierte in ihrem Impuls „Turning Climate Risk into Strategic Resilience: Europe’s Role for Blue Innovation“ die strategische Relevanz des Ozeans als Lösungsraum für Klima- und Naturschutz, maritime Ernährungs- und Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität. 

Der Ozean produziert rund 50 Prozent unseres Sauerstoffs, nimmt ein Drittel des CO₂ auf und speichert 90 Prozent der überschüssigen Wärme. Ohne ihn wäre der Klimawandel längst außer Kontrolle – er ist unser größter Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel. 

Vor diesem Hintergrund plädierte Katja Matthes für einen Perspektivwechsel: Der Ozean solle nicht als Opfer, sondern als aktiver Teil der Lösung gesehen werden. Ziel müsse es sein, seine stabilisierende Wirkung nicht nur zu erhalten, sondern gezielt zu stärken und dabei Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung zusammenzudenken.

"Der Ozean ist ein Schlüssel für unsere Sicherheit: für Klima, Ernährung, Handelsrouten und kritische Infrastruktur. Handeln können wir nur, wenn wir wissen, was unter der Oberfläche geschieht. Ozeanforschung liefert die Daten – mit stabiler Infrastruktur. In geopolitisch unsicheren Zeiten wird das zur europäischen Aufgabe."

Portraitfoto Prof. Dr. Katja Matthes

Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR und Leitung Helmholtz KLIMA

Als konkreten Ansatz skizzierte sie die Idee eines Hubs für marine Hightech-Lösungen. Ein solcher Hub könne durch den Einsatz moderner Robotik umfassende Ozeandaten erfassen und integrieren, eingebettet in eine europäische Führungsrolle in der Ozeanbeobachtung. Diese Dateninfrastrukturen seien essenziell für Risikobewertungen, Frühwarnsysteme und langfristige Planungsprozesse und stellten damit strategisch wichtige Infrastruktur dar.

Zugleich könne ein solcher Hub Innovationen im Bereich Offshore-Energie und grüner Wasserstoff fördern sowie marine Methoden zur CO₂-Aufnahme und -Speicherung wissenschaftlich prüfen, zertifizieren und verantwortungsvoll umsetzen. Insgesamt eröffne ein solcher Ansatz die Möglichkeit, ein leistungsfähiges Innovationsökosystem zu schaffen und den Ozean systematisch als Teil der Lösung globaler Herausforderungen zu positionieren.