Aktuelles
27.03.2026

Sicherheit nachhaltig denken heißt: Klima mitdenken.

Abbildung der Zusammenfassung der WBGU-Lagebeurteilung
Abbildung der Zusammenfassung der WBGU-Lagebeurteilung

Sicherheit beginnt mit dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

In der aktuellen Lagebeurteilung "Sicherheit - nachhaltig und integriert" plädiert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU) für eine vieldimensionale Sicherheitsarchitektur, die auch Umwelt, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Informationsintegrität, technologische Souveränität und internationale Kooperation als Stützpfeiler einbezieht. 

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“Wirksamer Klimaschutz erfordert starke, regelbasierte internationale Kooperationen, verbindliche Abkommen und klare gemeinsame Ziele.”

Portraitfoto Prof. Dr. Katja Matthes

Prof. Dr. Katja Matthes, Leitung Helmholtz KLIMA und Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

“In diesem Zusammenhang begrüße ich, dass Deutschland seine völkerrechtlichen Verpflichtungen – etwa im Rahmen des UN-Hochseeschutzabkommens (BBNJ) – aktiv umsetzt. Dies ist ein wichtiger Beitrag, damit Deutschland auch unter veränderten geopolitischen Bedingungen als verlässlicher Partner wahrgenommen wird”, so Katja Matthes weiter.

Helmholtz-Expertise in der aktuellen Lagebeurteilung des WBGU

Im WBGU sind auch drei Expert:innen aus der Helmholtz-Gemeinschaft vertreten: 

  • Prof. Dr. Aletta Bonn 
    (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ)

  • Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner
    (Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung)

  • Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann
    (Helmholtz Munich)

Als Beiräte bringen sie ihr interdisziplinäres Wissen ein und tragen somit zu belastbaren Grundlagen für Entscheidungen bei. Ihre Statements zur aktuellen Lagebeurteilung machen deutlich: Für nachhaltige Sicherheit müssen wir den Schutz unserer Lebensgrundlagen einbeziehen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Expertise

Aletta Bonn
Aletta Bonn
©
privat

Aletta Bonn, Expertin für Ökologie und Stadtentwicklung, betont insbesondere die Rolle von Biodiversität im Sicherheitsdiskurs:

„Sicherheit beginnt mit dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Wenn wir Klima und Biodiversität schützen, tragen wir auch zu geopolitischer und wirtschaftlicher Stabilität bei. Aktive Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele schafft Sicherheit.“

Foto von Hans-Otto Pörtner
Foto von Hans-Otto Pörtner
Hans-Otto Pörtner
©
Kerstin Rohlfes, AWI

Hans-Otto Pörtner, Experte für Klimawandel und Ozeanerwärmung, bekräftigt das Potenzial von Klimaschutz für Sicherheit:

"Wir verstehen heute, wie Atmosphäre, Land, Ozean und Biosphäre das Klima regulieren und das Leben auf der Erde prägen. Gleichzeitig stört der Mensch dieses Gleichgewicht und zwar so, dass es auf ihn zurückschlägt. Wir haben es in der Hand, diese Fehlentwicklung zu korrigieren, aber dafür steht nur noch ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung." 

Claudia Traidl-Hoffmann
Claudia Traidl-Hoffmann
Claudia Traidl-Hoffmann
©
Universität Augsburg/ Anatoli Oskin

Claudia Traidl-Hoffmann, Expertin für Umweltmedizin, stellt die Vernetzung zwischen Gesundheit, Klima und Sicherheit heraus:

“Als Umweltmedizinerin verstehe ich Sicherheit als Schutz unserer Lebensgrundlagen. Der Klimawandel ist längst eine Gesundheitskrise. Ihn im Sicherheitsdiskurs auszublenden, ist ein Kunstfehler – und verhindert wirksame Prävention und Resilienz.”

Der WBGU hat die Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu deren Lösung zu erarbeiten.