Meike Lohkamp

Worauf die Welt sich vorbereiten sollte

Der nächste Teilbericht des Weltklimarats zeigt, wie wir uns an den Klimawandel anpassen müssen

 

Das Klima wird sich weiter aufheizen, Wetterextreme werden künftig häufiger auftreten. Wie schwerwiegend die Folgen sind, hängt auch davon ab, wie gut die Welt darauf vorbereitet ist. Dazu muss man Klima, Natur und Mensch zusammen denken, zeigt der neueste Teilbericht zum Sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats.

Der Klimawandel wirkt sich weltweit auf Menschen und Natur aus. Dabei sind die Folgen der globalen Erwärmung stärker als bislang angenommen. So verändert sie unter anderem die Lebensräume von Menschen, Tieren und Pflanzen, verringern die Möglichkeiten des Lebensmittelanbaus und der Gewinnung sauberen Trinkwassers.  Der am 28. Februar erschienene Teilbericht des Sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats fordert ein radikales Umdenken der Menschheit. Dringender als je zuvor müsse daran gearbeitet werden, eine klimaresiliente Entwicklung in die Tat umzusetzen.

Der Beitrag von Arbeitsgruppe II zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6-WGII) bewertet die Folgen des Klimawandels sowie die Risiken und Anpassungsmaßnahmen. Stärker als vorherige Berichte integriert er Wissen aus den Natur-, Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und hebt die gegenseitige Abhängigkeit von Klima, Natur und Mensch hervor. So berücksichtigt der Bericht auch Entwicklungen wie den zunehmenden Verlust der biologischen Vielfalt, den Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Land- und Ökosystemdegradation, die rasche Urbanisierung, demografische Verschiebungen, soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sowie die Corona-Pandemie.

Nur mit einem gesunden Ökosystem und einer reichen Biodiversität kann der Mensch auch sein eigenes Überleben sichern, schreiben die  270 Autor:innen, die den 1000-seitigen Bericht auf Grundlage von 34.000 Studien erstellt haben. Den Planeten zu schützen sollte deshalb das ureigenste Interesse der Menschheit sein. Naturschutz allein reiche dazu jedoch nicht aus. Vielmehr müsse die Menschheit einen fundamental neuen „way of life“ einschlagen, der Klima- und Naturschutz sowie die menschliche Gesellschaft als ein eng miteinander verzahntes System begreift. Nur miteinander könne es existieren.

Dabei müssten Anpassungsmaßnahmen Hand in Hand gehen mit massiven Anstrengungen in der Reduktion von Treibhausgasen. Denn mit zunehmender Erwärmung würden viele Anpassungsmaßnahmen an Wirksamkeit verlieren. Ziel müsse es also sein, die weitere Erwärmung so gering wie möglich zu halten.

Neben dem Bericht erscheint auch eine etwa 30-seitige „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“, die von Vertreter:innen der 195 IPCC-Mitgliedsstaaten im engen Austausch mit Wissenschaftler:innen diskutiert wurde. So wurde sichergestellt, dass deren Regierungen den Inhalt des Berichts als den aktuellen Kenntnisstand der Klimawissenschaften anerkennen. Hier finden Sie die zentralen Aussagen des neuen Berichts.

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