Beim Weltklimagipfel in Glasgow verhandeln die Staaten über die Zukunft unserer Erde. Vom 29. Oktober bis 12. November geht es etwa um den internationalen Handel mit Emissionsrechten. Die Weltklimakonferenz ist aber auch immer noch das wichtigste Ereignis, um vor allem die Industriestaaten zu höheren Zusagen zu bewegen - für mehr Klimaschutz und mehr Finanzhilfen für ärmere Länder. Auf dieser Seite stellt die Helmholtz-Klima-Initiative Hintergründe und aktuelle Informationen zur 26. Weltklimakonferenz zusammen.

 

1972

Weltumweltkonferenz

Die erste große Konferenz der Vereinten Nationen zu globalen Umweltfragen in Schweden markiert einen Wendepunkt in der Entstehung einer internationalen Umweltpolitik. Die Staaten verabschieden die Stockholm-Deklaration. Eins ihrer Prinzipien: „Die natürlichen Ressourcen der Erde müssen für die heutigen und zukünftigen Generationen geschützt werden, durch sorgfältige und angemessene Planung und Steuerung.“

1987

Verabschiedung des Montreal-Protokolls

Das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht gilt zusammen mit dem Wiener Übereinkommen von 1985 als erstes internationales Umweltabkommen. In dessen Folge werden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und andere Stoffe verboten, welche die Ozonschicht schädigen.

1988

Gründung des Weltklimarats (IPCC)

Die Weltorganisation für Meteorologie und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen beschließen die Einrichtung des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC). Der Weltklimarat ist ein wissenschaftliches Gremium unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Mission: Bereitstellen objektiver Informationen über die Ursachen von Klimaveränderungen und ihre potenziellen Folgen für Umwelt und Gesellschaft.

1990

Erster Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC)

Der Weltklimarat (IPCC) stellt seinen ersten Sachstandsbericht vor. Den Klimawandel beschreibt er als Herausforderung, die der internationalen Zusammenarbeit bedarf. Der IPCC spielt eine entscheidende Rolle für die Schaffung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC).

1992

Gipfel von Rio de Janeiro: Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen

Verabschiedung der Klimarahmenkonvention (UNFCCC): Die Industrienationen legen erstmals verbindliche Ziele zur Minderung von Treibhausgasemissionen fest.

1995

UN-Klimakonferenz (COP 1) in Berlin

Die Verhandlungsstaaten rufen die erste UN-Klimakonferenz ins Leben. Die Staaten sollen dort ehrgeizigere Verpflichtungen aushandeln, um Treibhausgase stärker zu reduzieren. Der Grund: Die Verpflichtungen der Klimarahmenkonvention reichen nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen.

1997

UN-Klimakonferenz (Cop 3) in Kyoto – Verabschiedung des Kyoto-Protokolls

Das Kyoto-Protokoll ist weltweit der erste Vertrag, der die unterzeichnenden Industriestaaten zur Verringerung der Treibhausgasemissionen verpflichtet: jährlich um mindestens 5,2 Prozent gegenüber 1990. Im Februar 2005 tritt es in Kraft – allerdings ohne die USA und China.

2010

UN-Klimakonferenz (COP 16) – Abkommen von Cancun

Die EU-Staaten bekennen sich zum Zwei-Grad-Ziel. Das Abkommen sieht die Einrichtung eines Klimafonds vor: Bis 2012 sollen die Industriestaaten die ärmeren Länder mit insgesamt 30 Milliarden US-Dollar beim Klimaschutz unterstützen. Von 2012 bis 2020 sollen die jährlichen Hilfen 100 Milliarden US-Dollar betragen.

2011

UN-Klimakonferenz (COP 17) in Durban

Die Länder verpflichten sich dazu, ein neues Klimaabkommen zu verhandeln – 2015 wird es in Paris beschlossen. Sie setzen sich außerdem neue Ziele zur Treibhausgasreduktion bis 2020.

2015

UN-Klimakonferenz (COP 21) von Paris

Das Pariser Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels ist das erste allgemeine, rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzübereinkommen – erstmals gelten die Ziele auch für Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Staaten bekennen sich dazu, die Erderwärmung auf weniger als 2 °C zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, den Anstieg auf 1,5 °C zu beschränken. Das Abkommen behandelt auch die Anpassung an den Klimawandel und die Unterstützung von Entwicklungsländern. Die Pläne zur Treibhausgas-Minderung bestimmen die einzelnen Staaten selbst.

2018

UN-Klimakonferenz (COP 24) in Katowice

Von der Konferenz geht das Signal aus, künftig ehrgeizigere nationale Klimaschutzpläne vorzulegen. Die Staaten einigen sich auf ein Regelbuch, um den Pariser Klimavertrag umzusetzen. Wichtige Fragen bleiben allerdings offen, wie die zu einem globalen Emissionshandelssystem.

2019

UN-Klimakonferenz (COP 25) in Madrid

In Madrid präsentiert die EU ihren Green Deal mit dem Versprechen, bis 2050 klimaneutral zu werden. Viele Staaten bleiben jedoch noch zurückhaltend mit neuen Klimazielen. Keine Fortschritte gibt es auch bei der langfristigen Klimafinanzierung für finanzschwache Staaten.

  • 1972

    Weltumweltkonferenz

  • 1987

    Montreal-Protokoll

  • 1988

    Gründung IPCC

  • 1990

    Erster Sachstandsbericht (IPCC)

  • 1992

    Gipfel von Rio de Janeiro

  • 1995

    UN-Klimakonferenz in Berlin

  • 1997

    UN-Klimakonferenz in Kyoto

  • 2010

    UN-Klimakonferenz in Cancun

  • 2011

    UN-Klimakonferenz in Durban

  • 2015

    UN-Klimakonferenz von Paris

  • 2018

    UN-Klimakonferenz in Katowice

  • 2019

    UN-Klimakonferenz in Madrid

Welt steuert auf 2,7 Grad zu

Zwei Berichte, eine Warnung: Kurz vor Beginn des Weltklimagipfels bestätigen die Vereinten Nationen einmal mehr, dass die Welt noch längst nicht auf dem 1,5-Grad-Pfad ist. Bis 2030 müssten die globalen Emissionen dafür nahezu halbiert werden, heißt es in unserem Artikel.

Worauf es in Glasgow ankommt

Auf Klimagipfeln verhandeln die teilnehmenden Staaten viele drängende Fragen in unterschiedlichen Runden. Doch welche werden in Glasgow entscheidend sein? In unserem ersten Artikel zur "Conference of the Parties" (COP) stellen wir die wichtigsten Themen vor: unsere Vorschau auf die Weltklimakonferenz. 

Instagram Live mit Klimaforscher*innen

Die Helmholtz-Klima-Initiative bringt euch Klimawissen aufs Smartphone. In drei Live-Talks auf Instagram erklären Wissenschaftler*innen, wie Klimagipfel ablaufen, berichten von den Verhandlungen und kommentieren die Ergebnisse. Der erste Live-Talk mit Dr. María Máñez Costa startet am 29. Oktober ab 17 Uhr auf @rethinknation. Die Fragen stellt Yannick Döring. Weitere Termine folgen!

Dr. María Máñez Costa
Dr. María Máñez Costa
Dr. María Máñez Costa
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GERICS
Porträt Prof. Dr. Reimund Schwarze / Umweltökonom vom UFZ
Porträt Prof. Dr. Reimund Schwarze / Umweltökonom vom UFZ
Prof. Dr. Reimund Schwarze
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Helmholtz-Gemeinschaft

Podcast aus Glasgow

Neues aus der Forschung gibt es regelmäßig im Helmholtz-Podcast "Resonator". Während der Klimakonferenz berichtet der Resonator aus Glasgow. Klimaökonom Prof. Dr. Reimund Schwarze liefert Hintergründe zur Klimapolitik. Die aktuelle Ausgabe zum Nachhören erscheint jeweils auf resonator-podcast.de. Die erste Ausgabe zum Klimagipfel geht voraussichtlich am 2. November online.

Ansprechpartner für die Presse zur Klimakonferenz in Glasgow

Roland Koch, Leitung Kommunikation 
roland.koch@helmholtz-klima.de
0160 / 90 10 83 14


Manuel Berkel, Wissenschafts- und Politikredakteur
manuel.berkel@helmholtz-klima.de
0151 / 27 54 80 16

Fotovermerke

Titelbild: Symbolfoto vom Weltklimagipfel 2015 in Paris, UNFCCC; Zeitstrahl: 1972: Paylessimages-stock.adobe.com; 1987: LIGHTFIELD STUDIOS-stock.adobe.com; 1988: Ralf-stock.adobe.com; 1990: akira_photo-stock.adobe.com; 1992: Photo by Raphael Nogueira on Unsplash; 1995: Photo by Reiseuhu on Unsplash; 1997: Paylessimages-stock.adobe.com; 2010, 2011, 2015: UNFCCC/flickr; 2018: Milosz Maslanka-stock.adobe.com